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Erfahrungen & Bewertungen zu BUSE HERZ GRUNST Rechtsanwälte PartG mbB


Erfahrungen & Bewertungen zu BUSE HERZ GRUNST Rechtsanwälte PartG mbB

Studienplatz einklagen in Berlin?
So wird es ein Erfolg!

Alljährlich klagen sich mittlerweile tausende Studienbewerber hierzulande ihren Studienplatz ein. Für Universitäten und Gerichte sind Studienplatzklagen dementsprechend auch keine Besonderheit mehr. Nichtsdestotrotz sind bei der Studienplatzklage in Berlin etliche landesspezifische rechtliche Merkmale zu bedenken. Daher ist eine professionelle anwaltliche Betreuung notwendig.

Universitäten und Hochschulen in Berlin:

❘  Charité  ❘  HU Berlin   ❘  FU Berlin  ❘   TU Berlin  ❘  UdK   ❘  Hochschule für Technik und Wirtschaft  ❘  Beuth Hochschule für Technik Berlin    ❘  Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR)   ❘

Universitätsklinik Charité:
Zugtier im wissenschaftlich-medizinischen Feld mit Elitestatus

Wer es zum Studium an die Universitätsklinik Charité (offiziell: Charité – Universitätsmedizin) schafft, ist im medizinischen Bereich bei der Crème de la Crème angekommen. Die Charité gehört in mehrfacher Hinsicht zur Spitzenklasse in seiner Kategorie. Eine Vielzahl von deutschen Nobelpreisträgern für Medizin oder Physiologie prägen ihre Geschichte. Koryphäen wie Rudolf Virchow, Hermann von Helmholtz und Robert Koch haben hier gewirkt. Die Charité gilt durch diverse Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als eines der Zugtiere im wissenschaftlich-medizinischen Feld. Gemeinsam mit HU, FU und TU Berlin ist die größte Uniklinik Europas unter dem Schirm der Berlin University Alliance Träger des Exzellenztitels. Die Charité ist in Europa bestens vernetzt und verfügt weltweit über Partnerschaften mit Eliteuniversitäten wie der Johns Hopkins University in den USA und der University of Oxford in Großbritannien. Ihr Leitspruch lautet „Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“. Die Charité bietet elf Studiengänge auf ihren vier Campus nahe Spree am Hauptbahnhof, Botanischem Garten, der Parklandschaft Rehberge und dem Panketal an, darunter Humanmedizin, Zahnmedizin und Bioinformatik.

Humboldt-Universität zu Berlin:
Exzellenzuniversität in der Herzkammer der Hauptstadt mit einem äußerst breit gefächerten Angebot

Die Humboldt-Universität zu Berlin steht dem guten Ruf der Charité in keiner Hinsicht nach. Als größte und älteste Hochschule mit dem Hauptsitz in der geographischen Herzkammer der pulsierenden Hauptstadt prägt sie Bild und Geschichte der Stadt in bezeichnender Weise. Mit über 40.000 Studierenden aus mehr als 100 Ländern vereinigt die Exzellenzuniversität die globale Studentenschaft unter einem Dach. Als Volluniversität mit nahezu 200 Studiengängen bedient die HU eine breite Palette: von A wie Afrikawissenschaften bis W wie Wirtschaftspädagogik gibt es diverse Studienmöglichkeiten an der Uni. Mehr als sechs Millionen Bücher und annähernd 10.000 laufende Zeitschriften in über einem Dutzend Bibliotheken gehören zum Bestand der HU. Damit verfügt sie über eine der größten Unibibliotheksbestände in Deutschland. Von herausragender und außergewöhnlicher Architektur sind etwa das zehngeschossige Grimm-Zentrum mit einem 20 Meter hohem Lesesaal, die Alte Bibliothek im barocken Baustil am geschichtsträchtigen Bebelplatz, oder die Naturwissenschaftliche Bibliothek ESZ in ehemaligen Flugzeugwerkhallen inmitten des größten Technologieclusters Deutschlands.

Freie Universität Berlin:
Großstadtatmosphäre und Naturnähe, beste internationale Einbettung und hoher Spezialisierungsgrad beim Studienangebot

Auch die Freie Universität Berlin gehört zu Deutschlands Spitzenunis. In einem Rekordtempo (die FU ist für europäische Univerhältnisse noch recht jung) ist die Hochschule zeitweise von einer kleinen Einrichtung zur zweitgrößten Uni in der Bundesrepublik angeschwollen. Gerne wird ihr auch der Titel „Massenuniversität“ erteilt. Entsprechend dezentral erfolgt die Lehre in etwa 230 Gebäuden. Und dennoch: der Radius des Campus ist so eng, dass alle Gebäude in wenigen Fußminuten erreicht werden können. Großstadtatmosphäre und Naturnähe – an der Freien Universität kann man beides haben. Die FU liegt im Südwesten Berlins, in unmittelbarer Nähe von Havel, Schlachtensee, Forst Grunewald und Botanischem Garten. In beschaulicher Atmosphäre kommt hier die ganze Welt zusammen: Die Uni ist aufgrund ihrer unzähligen Kooperationen die international am besten verknüpfte Hochschuleinrichtung in Deutschland mit Verbindungen zu Spitzenadressen wie Yale, Stanford und Peking. Ebenso reichhaltig ist das Fächerspektrum mit seinem hohem Spezialisierungsgrad: von Ägyptologie bis Sinologie stehen zahlreiche Fächer im Studienangebot. Die erste Exzellenzuniversität des Landes sticht zudem mit seinem Millionenbestand und den 50 Bibliotheken als größtes Unibibliothekssystem in Deutschland hervor.

Technische Universität Berlin:
akademischer Diamant mit über 100 Studienangeboten

Die Technische Universität Berlin ist ein weiterer akademischer Dyamant in der Hochschullandschaft der Hauptstadt. Die Exzellenzuniversität gehört zu den führenden deutschen Technikhochschulen. Der Hauptcampus liegt in Charlottenburg in der Nähe des Großen Tiergarten. Mehr als 30.000 Studierende sind an der – sich seit einiger Zeit verstärkt internationalisierenden – Universität eingeschrieben. Mit über 100 Studienangeboten an den derzeit sieben Fakultäten ist die TU Berlin breit aufgestellt. Zu ihren Fächern gehören Architektur, Bauingenieurwesen, Deutsch als Fremdsprache, Ökologie und Umweltplanung wie auch Volkswirtschaftslehre. Internationale Partnerschaften hat die Uni etwa mit der TU Warschau, der TU Wien und der TU Sydney (UTS). Wer nicht gleich in den akademischen Elfenbeinturm einziehen mag, für den ist die TU Berlin genau das Richtige: in Lehre und Forschung baut sie ihre Verzahnung zu bedeutenden wirtschaftlichen Unternehmen wie der Deutschen Telekom oder Siemens stetig aus. Durch die gemeinsame Zentralbibliothek mit der Universität der Künste Berlin bestehen zudem beste Voraussetzungen zum Austausch mit dem akademischen Nachwuchs ganz anderer Fachrichtungen.

Universität der Künste Berlin:
größte Kunsthochschule Europas, eine der ältesten Kunsthochschulen der Welt

Die Universität der Künste Berlin (UdK Berlin) ist im Gegensatz zu HU, FU und TU Berlin klein, aber fein. Mit ihren ca. 4.000 Studierenden wirkt sie schon fast wie ein Zwerg im Vergleich zu den drei Berliner Schwergewichten, die zusammengefasst mit ständig über 100.000 Immatrikulationen schon eine ganze Großstadt füllen könnten. Und dennoch: die UdK Berlin ist die größte Kunsthochschule auf dem europäischen Kontinent und eine der ältesten Kunsthochschulen der Welt. Zu ihren Lehrenden gehören Größen wie Ai Weiwei, Aribert Reimann und Olafur Eliasson. Unter der Professor*innenschaft zeichnet sich die UdK Berlin zudem durch einen Frauenanteil von 40 % aus. 70 Studiengänge sind den vier Fakultäten Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst zugeordnet: von Architektur über lehramtsbezogene Musik gehören dazu etwa auch Gesang, Schauspiel und Musiktherapie. Unweit des Hauptgebäudes im schönen Berlin-Charlottenburg liegen Zoologischer Garten, Landwehrkanal und Großer Tiergarten.

Hochschule für Technik und Wirtschaft:
70 Studienangebote in fünf Bereichen, Campus am Spreeufer

Auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) ist ein Edelstein in der Hochschullandschaft der Millionenmetropole. Mit knapp 14.000 Studierenden ist sie die größte staatliche Fachhochschule der Hauptstadt. Mit über 150 Partneruniversitäten bis in die entlegendsten Ecken der Welt bietet sie die perfekte Grundlage für kosmopolitisch veranlagte Studierende. Ihr Ausbildungsprogramm umfasst ungefähr 70 Studienangebote in fünf Bereichen. Zu den Studiengängen gehören etwa Computer Engineering, Informations- und Kommunikationstechnik, Regenerative Energien, Life Science Engineering und Betriebswirtschaftslehre. Die beiden Campus befinden sich am Tierpark sowie direkt am Spreeufer. Für die Mittagspausen zwischen den Vorlesungen sind damit die besten Voraussetzungen für ein entspanntes Ambiente in Wassernähe geboten.

Beuth Hochschule für Technik Berlin:
70 Studienangebote, hochmoderne Fächer, Lehre in geschichtsträchtigen Baudenkmälern

Das Westberliner Pendant zur HTW Berlin ist die Beuth Hochschule für Technik Berlin. Im Feld der angewandten Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften stehen bei ihr mehr als 70 Studiengänge im Angebot. Das Motto „Studiere Zukunft“ wird seinem Anspruch allemal gerecht, wie die Fächerauswahl zeigt: Elektromobilität, Green Engineering und Humanoide Robotik gehören dazu. Die Beuth Hochschule gehört zu den Pionieren in der Lehre, wie ihre Beteiligung am Hochschulverbund Virtuelle Fachhochschule (VFH) durch viele länderübergreifende Online-Studiengänge zeigt. Die Campus sind in Wedding und Schöneberg. Die Lehre findet in mehreren Baudenkmälern statt, wie etwa dem großen „Schulschloss“ und dem ehemals größten Glühlampenwerk Europas. In unmittelbarer Nähe des Campus Wedding befinden sich das Englische Viertel und der Volkspark Rehberge. Persönlichkeiten wie die Architekten Yadegar Asisi (Panometer) und Stephan Braunfels (Paul-Löbe-Haus) haben an der Beuth gelehrt.

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR):
über 50 Studienangebote, Anbindung an verschiedene Zentralinstitute

Sowohl in Ost- als auch in Westberlin angesiedelt ist die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR). Ihre zwei Campus befinden sich in Lichtenberg direkt am Tierpark sowie in Schöneberg unweit des schönen Rudolf-Wilde-Parks. Mehr als 50 Studiengänge wie BWL, International Business Managament, Recht und Accounting gehören zu ihrem Repertoire. Weiterhin verfügt die HWR über mehrere Zentralinstitute wie der Berlin Professional School, dem Institut für Verwaltungsmodernisierung und Polizeireform sowie dem Deutschen Institut für Bankwirtschaft.

Harte Beschränkungen bei den Studienzulassungen: Abi-Schnitt 0,99 – ohne Studienplatzklage verbarrikadieren viele Wartesemester oft den Weg in die Hauptstadt

In Abhängigkeit des gewünschten Studiengangs gelingt es aber nur einem kleinen Teil der Studieninteressierten, in der boomenden Millionenmetropole einen Studienplatz zu ergattern. Die Anziehungskraft der Berliner Universitäten und Hochschulen wird in einem Vergleich der Anzahl der Studienbewerber mit der jeweiligen Zulassungszahl ganz deutlich:

Universitätsklinik Charité: über 4.000 Bewerber*innen auf 327 Plätze, Spitzennoten verlangt

So kamen an der Universitätsklinik Charité im Wintersemester 2019/20 mehr als 4.000 Bewerberinnen und Bewerber auf gerade einmal 327 Plätze. Über 90 % der Bewerber gingen damit leer aus. Im Sommersemester 2019 sah es noch schlechter aus: auf 325 Studienplätze bewarben sich über 5.000 Studienhungrige. Der NC für Humanmedizin lag in der Abi-Quote (AbiQ), wie üblich, bei einer stolzen 1,0 an der Charité. Zwar wird im Vorverfahren ein Teil der Bewerber auch nach einer Mischung aus Kriterien wie dem Abischnitt, dem Ergebnis beim Test für Medizinische Studiengänge (TMS) und besonderen Vorbildungen (z. B. einer Ausbildung im medizinischen Bereich) gesiebt. Wer hier durchkommt, wird zur entscheidenden Prüfung des Auswahlverfahrens der Hochschulen (AdH) eingeladen: dem sog. „Ham-Nat“ (kurz für: Hamburger Naturwissenschaftstest). Aber auch im Rahmen des Vorverfahrens gibt es eine gesonderte NC-Grenze: in den letzten Jahren schafften es üblicherweise nur Bewerber mit einem Abischnitt von nicht schlechter als 1,5 in Medizin und 1,9 in Zahnmedizin bei der Charité in die Endrunde. Wer darunter lag, konnte mit sonstigen Qualifikationen und einem noch so gutem TMS-Ergebnis nichts mehr ausgleichen.

Humboldt Universität zu Berlin: NC von 0,99 in Psychologie, 4.236 Bewerberinnen und Bewerber auf 120 Plätze

Ähnlich sieht es erwartungsgemäß an der Humboldt Universität zu Berlin aus. Im Wintersemester 2020/2021 reichte in Psychologie ein Abischnitt von 1,0 nicht mehr aus: es musste eine 0,99 auf dem Abgangszeugnis der Schule stehen. 4.236 Bewerberinnen und Bewerber standen hier 120 Plätzen gegenüber. Man stelle sich dazu das Bild der Zuschauer einer größeren Sportveranstaltung vor, die in denselben Doppeldecker-Bus der BVG drängen. Zwar werden im Auswahlverfahren an der HU häufig auch andere Kriterien berücksichtigt, wie etwa studienrelevante berufspraktische Erfahrungen oder eine einschlägige abgeschlossene Ausbildung. Bei viele Studiengängen, wie der Psychologie, haben diese Kriterien aber eine verschwindend geringe Gewichtung (10 %). Die Abinote bleibt damit häufig ein vermeintliches K.O.-Kriterium. Auch in Geografie im Zweitfach (1,02), Informatik (1,08), Englisch im Kernfach (1,2) oder Biologie im Zweitfach (1,28) sah es nicht rosig aus für Schulabgänger ohne Glanzabi. Der Andrang auf die Plätze ist gewaltig. Nicht selten ringen im Schnitt fünf bis fünfzehn Bewerber um eine Studienzulassung an der HU. Für weniger strebsame Abiturient*innen und Schulabgänger*innen hieß es: aufgeben oder warten, warten, warten.

Freie Universität Berlin: 1,0 in mehreren Studiengängen gefordert, häufig wird nur ein Bruchteil der Bewerber*innen zugelassen

Nicht anders ist das Bild an der Freien Universität Berlin. An der FU lag der NC im Wintersemester 2020/21 für Politikwissenschaften, Psychologie und Biochemie bei einer sagenhaften 1,0. Häufig bekam nur ein Bruchteil der Bewerber einen Studienplatz, in Psychologie gehörten weniger als 2,5 % zu den Glücklichen. Auch bei Fächern wie Sprache & Gesellschaft (1,1), Philosophie (1,2), Politik auf Lehramt (1,3), Sozial- und Kulturanthropologie (1,4) und Bildungs- und Erziehungswissenschaften (1,5) sah es knallhart aus. Und auch hier bewarben sich bis zu 10-20 Studieninteressierte auf einen Platz im Hörsaal. Es ist wie bei der Reise nach Jerusalem. Viele spielen mit, aber es gibt nur einen Stuhl. Wer mit kreativer Lückenfüllung bis zu zehn Wartesemester bei der Bewerbung vorwies, konnte es auch über diesen Weg schaffen. Dazu musste die Abinote trotzdem noch weit über dem Durchschnitt liegen: an der FU etwa warteten Absolventen mit einem Abi von 1,8 ganze fünf Jahre auf einen Platz im Studiengang Psychologie.

Technische Universität Berlin: Einser-Abi in mehreren Studiengängen verlangt

Auch die Technische Universität Berlin verlangt einiges von ihren Erstsemestern ab. Angehende Architekten und Studierende im Bereich Nachhaltiges Management mussten im Wintersemester 2020/2021 eine Note von 1,6 auf dem Abizeugnis nachweisen. Auch in Biotechnologie, Stadt- und Regionalplanung (je 1,7), Landschaftsarchitektur (1,8), Sprache und Kommunikation (2,0) sowie Bauingenieurwesen (2,1) wurden hohe Hürden aufgestellt. Die alternative Wartezeit betrug bis zu 2½ Jahre. Einem Zeitraum also, bei dem sich viele Studierende im Laufe ihres Studiums schon Gedanken über die bevorstehende Bachelorarbeit machen können.

Wird sich die Situation bei der Studienzulassung in Berlin künftig entspannen?

In Zukunft ist nicht mit einer Entspannung der NC-Situation zu rechnen. Zum einen ist Berlin eine Stadt mit starkem Zuzug. Gerade unter jungen Menschen gilt sie als sehr attraktiv. Zudem verfügen in Deutschland immer mehr Menschen über eine Hochschulzulassung: Die Abituorientenquote an einem jeweiligen Altersjahrgang hat sich gegenüber der von 1980 bereits verdoppelt.

Dies ist mitunter zurückzuführen auf von OECD-Empfehlungen angeregten Bildungsreformen in den deutschen Bundesländern. Die einfache Gleichung dahinter lautet „Mehr Akademiker = mehr Wirtschaftswachstum“. Folglich werden bei den Bewerberzahlen an Berliner Unis und Hochschulen immer wieder neue Rekorde gebrochen. Der Druck dürfte sich aber noch zusätzlich erhöhen, weil die Universitäten durch politisch veranlasste Sparzwänge kaum in der Lage sind, noch viel mehr Studienplätze zu schaffen.

Deutlich wird dies zum Beispiel beim Studienfach der Humanmedizin. Im Wintersemester 2001 bewarben sich knapp 20.000 Studieninteressierte auf etwa 8.100 Plätze in ganz Deutschland. Seitdem sind die Bewerberzahlen konstant gestiegen: im Wintersemester 2020 standen dann schon fast 50.000 Bewerber ca. 9.600 Plätzen gegenüber. Letztlich resultiert daraus ein Leistungsdruck, der auf die einzelne Schülerin und den einzelnen Schüler abgegeben wird, mit teils schon utopisch wirkenden Anforderungen.

Die Studienplatzklage: Das Recht auf Gegenschlag der Schulabgängerinnen und Schulabgänger, mit dem Segen der Verfassung

Schüler und Schülerinnen mit akademischen Träumen sollten sich den Brei von dieser fremdverschuldeten Lage nicht weiter verderben lassen und die Kröte nicht einfach schlucken. Nicht selten kann der angepeilte Studienplatz in der Wunschstadt doch noch mithilfe einer Studienplatzklage bekommen werden. Die Studienplatzklage ist dabei gar nicht so schlecht, wie ihr Ansehen es manchmal erscheinen lässt. Schließlich werden durch diese Rechtschutzart nicht anderen Studienbeginnern potentielle Zulassungen weggenommen. Das Gegenteil ist der Fall: erfolgreiche Studienplatzklagen schaffen zusätzliche Kapazitäten und decken Berechnungsfehler der Universitäten auf.

Damit erfüllen sie sogar eine verfassungsdienende Funktion. Schließlich gehört es zum allgemeinen Pflichtenkreis der Universitäten und Fachhochschulen, dem Recht auf Bildung durch eine tatsächliche Ausschöpfung bestehender Kapazitäten nachzukommen. Insofern haben Studienplatzklagen eine demokratiefördernde Kontrollfunktion. Die Klagen bringen auch die politische Diskussion um die grundsätzliche Schaffung neuer Studienplätze wieder in Gang und sind damit eine Unterstützung für die Abiturienten und Abiturientinnen der nachrückenden Jahrgänge. Weiterhin sind Studienplatzklagen längst keine Rarität mehr: Gerichte und Universitäten sind bereits mit diesem Verfahren vertraut, denn mehrere tausend Studienbewerber*innen klagen mittlerweile jährlich in Deutschland auf einen Studienplatz. Und dies immer wieder mit Erfolg. So musste die Universitätsklinik Charité zum Beispiel rückwirkend zum Wintersemester 2018/19 insgesamt 30 zusätzliche Plätze für klagefreudige Studienbewerber im Fach Medizin schaffen.

Bei der Wunschuniversität kann ein Studienplatz im Sinne der Rechtsprechung des Verfassungsgerichthofs des Landes Berlin selbst dann eingeklagt werden, wenn der Studiengang an irgendeiner anderen Hochschule zulassungsfrei angeboten wird. Insofern hat sich der Verfassungsgerichtshof für eine studierendenfreundliche Auslegung des Grundrechts auf Bildung entschieden.

Berliner Besonderheiten in Landesrecht und Rechtsprechung müssen bei Studienplatzklagen beachtet werden: Fristenabweichungen bei Masterstudiengängen, Einzelfallabhängige Prognosen und Vergleichspotentiale sind zu berücksichtigen

Im Rahmen einer Studienplatzklage sind eine Vielzahl von landesspezifischen rechtlichen Besonderheiten zu beachten. Daher ist ein Tätigwerden mit einer professionellen rechtsanwaltlichen Betreuung notwendig. Im Rahmen der Fristenregelung bestehen etwa bei Masterstudiengängen an der Humboldt Universität zu Berlin Abweichungen. Bei HU und FU muss gegebenenfalls eine Klage gegen den Studienplatz-Ablehnungsbescheid erfolgen, wenn der sog. Kapazitätenantrag schon im Rahmen der regulären Bewerbung erfolgt ist.

Wie bereits erwähnt haben sich Studienplatzklagen gegen die Universitätsklinik Charité in der Vergangenheit als sehr erfolgreich erwiesen. Schwieriger war es dagegen bislang, im Bereich der Zahnmedizin erfolgreich gegen die Charité vorzugehen. Unter diesem Gesichtspunkt bedarf es einer besonderen Abwägung und Berücksichtigung der Einzelfallumstände zur Prognose der Klageaussichten.

An der Humboldt Universität und an der Freien Universität hat sich bei Studienplatzklagen zu den Studienfächern Psychologie, Rechtswissenschaften, Wirtschaft, Pharmazie und Veterinärmedizin sowie zu diversen Lehramtsstudiengängen herauskristallisiert, dass es vor Gericht häufig zu Vergleichen kommt. Hier kommt es daher auf ein gutes anwaltliches Gespür für Verhandlungspotentiale sowie diplomatisches Geschick an. Dafür braucht es eine gewisse Fallerfahrung in der Sparte.

Bei Klagen auf Studienplätze bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), der Beuth Hochschule für Technik Berlin (HTW) und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) kommt es regelmäßig zu Vergleichen. In der Berliner Hochschullandschaft ist die HTW bislang die einzige Hochschule, die sich anwaltlich nicht vor dem Verwaltungsgericht vertreten lässt. Dies hat Auswirkungen auf die zu wählende Prozessstrategie.

Bei der Universität der Künste (UdK) scheidet ein sog. Kapazitätsverfahren in der Regel aus, weil in den künstlerischen Studiengängen als Zugangsvoraussetzungen prinzipiell eine Eignungsprüfung erfolgt.

Die genannten Berliner Eigenheiten demonstrieren, dass bei Studienplatzklagen viele für Laien nicht erkennbare Sackgassen zu vermeiden sind, für die eine kompetente anwaltliche Betreuung aufgesucht werden sollte. Schließlich will niemand bereits auf den ersten Schritten der Expedition in das juristische Labyrinth die Orientierung verlieren.

Je früher sich Studieninteressierte für ein Erstgespräch an einen Rechtsanwalt wenden, desto besser die Chancen. Schon während des Abiturs oder mit gewissem Vorlauf zum potentiellen Studienbeginn ist die Aufnahme eines Gesprächs zu empfehlen, um die jeweiligen Aussichten und fallbezogenen Umstände zutreffend einschätzen und erforderlichenfalls maßgeschneiderte Strategien entwickeln zu können. Die zum Teil von Studienfach zu Studienfach divergierenden Fristen für die Bewerbung sind im besonderen Maße im Fokus zu behalten.

Allerspätestens, wenn der Brief mit dem Ablehnungsbescheid der Traum-Uni geöffnet wird, sollte ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht mit guten Kenntnissen im Bereich der Studienplatzklage kontaktiert werden. Mit diesem können dann die Aussichten einer Klage gemeinsam abgeschätzt und ausgelotet werden. Die Klageaussichten hängen insbesondere von dem jeweiligen Rangplatz der Bewerberin bzw. des Bewerbers im Bewerbungsverfahren ab.

Ein kompetenter und erfahrener Rechtsanwalt wird seiner Mandantin bzw. seinem Mandanten von einer Klage abraten, wenn diese von vornherein aussichtslos sein sollte.