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Erfahrungen & Bewertungen zu BUSE HERZ GRUNST Rechtsanwälte PartG mbB


Erfahrungen & Bewertungen zu BUSE HERZ GRUNST Rechtsanwälte PartG mbB

Studienplatz einklagen in Bayern?
So wird es ein Erfolg!

Viele Studieninteressierte in Deutschland beschreiten mittlerweile den Rechtsweg, um sich ihren Studienplatz zu erkämpfen. Für Hochschuleinrichtungen und Gerichte in Bayern sind Studienplatzklagen daher auch nichts Neues mehr. Weil in jedem Bundesland verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen herrschen, ist bei einer Überlegungen zum rechtlichen Vorgehen eine kompetente fachanwaltliche Hilfe einzuholen.

Universitäten und Hochschulen in Bayern:

❘  Universität München (LMU)  ❘  Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)   ❘  Universität Regensburg (UR)  ❘   Universität Würzburg (JMU)   ❘  Universität Bamberg    ❘

Universität München (LMU):
Größte Präsenzuni Deutschlands, Exzellenzuniversität, 200 Studiengänge und unzählige Partneruniversitäten

Die Universität München (LMU) ist mit mehr als 50.000 Studierenden die größte Präsenzuniversität in Deutschland. Ihr Fächerspektrum beinhaltet fast 200 Studiengänge an 18 Fakultäten. Zu den größten Studiengängen der Exzellenzuniversität gehören Medizin, Pharmarzie, Psychologie, Theologie, Rechts-, Kultur-, Religions- und Sprachwissenschaften sowie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Die LMU ist eine der besten Universitäten Europas, in internationalen Rankings bildet sie häufig die Spitze Deutschlands. Diverse wissenschaftliche Zentren und Institute sind Teil der Universität München, wie zum Beispiel das Centrum für angewandte Politikforschung (CAP), die Nanosystems Initiative Munich (NIM) und das Rachel Carson Center for Environment and Society (RCC). Die Universität München hat unzählige Partneruniversitäten in Ländern von A wie Argentinien bis Z wie Zypern. Die Gebäude der LMU liegen verteilt über die pulsierende Millionenstadt München, wobei sich der Großteil der Einrichtungen in attraktiver Lage zwischen Altstadt und Isar befindet. In unmittelbare Nähe dazu erstreckt sich der Englische Garten über eine nennenswerte Fläche. Mit seinen gepflegten Wiesen, kühlen Bächen, schicken Bars, gemütlichen Cafés und einladenden Biergärten ist der Garten ein beliebter Treffpunkt der Studierendenschaft in der bayerischen Landeshauptstadt.

Universität Erlangen-Nürnberg (FAU):
Volluniversität in einer Wissenschaftsstadt, 250 Studiengänge und interdisziplinärer Schwerpunkt

Die Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gehört mit knapp 40.000 Studierenden in über 250 Studiengängen an fünf Fakultäten zu den größeren Universitäten des Landes. Unter dem Motto „Wissen in Bewegung“ steht die Vernetzung verschiedener Disziplinen mit im Vordergrund. Fächer wie Medizin, Psychologie, Biologie, Rechts- Wirtschafts-, Sozial-, Geo-, Islam-, Medien- und Politikwissenschaften gehören zum Studienangebot der Volluniversität. Etwa zwei Drittel der Immatrikulierten studieren in der Stadt Erlangen und ein Drittel in Nürnberg. Beide Orte liegen etwa 20 Kilometer voneinander entfernt. Die FAU hat aber auch Einrichtungen in Fürth, Bamberg, Pleinfeld und Ingolstadt. Zu den Besonderheiten der Universität zählen etwa ein Lehrstuhl für Menschenrechte, ein Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und Partneruniversitäten in vielen Länder der Welt für entsprechende Auslandsaufenthalte im Rahmen des Austauschprogramms „FAUexchange“. Ein räumlicher Schwerpunkt der akademischen Aktivitäten in Erlangen bildet das im Stadzentrum gelegene Erlanger Schloss mit seinem einladenden Schlossgarten. Dieser dient vielen Studierenden der umliegenden Fakultäten, Universitätsbibliothek und -klinikum als attraktiver Treffpunkt zum Verweilen. Die Wissenschaftsstadt überzeugt aber auch durch ihre Radfreundlichkeit, ein nahegelegenes fast 1000 ha großes Naturschutzgebiet sowie diverse Vereinsaktivitäten in den Bereichen Wandersport, Handball, Schwimmen, Tanzen etc. Nicht weniger zu bieten hat der Solarpionier Nürnberg mit zahlreichen kulturellen Angeboten, wie etwa über einem Dutzend Theater und Konzerthallen.

Universität Regensburg:
Die Universität Regensburg (UR) gilt mit über 20.000 Studierenden, 11 Fakultäten und um die 180 Studiengänge ebenso als Volluniversität. Sie versteht sich als Brücke zwischen Ost und West und setzt dementsprechend einen Schwerpunkt auf die Ost- und Südosteuropaforschung. Zu den Studiengängen gehören Medizin, Wirtschafts-, Rechts-, Kultur-, und Informationswissenschaften, Theologie, Philosophie, Life- und Nanoscience. Den größten Anteil an der Studierendenschaft haben die Lehramtsfächer. Die Uni Regensburg ist mit knapp 60 Jahren noch recht jung. Zu den Besonderheiten der UR gehören etwa ein Biotechnologie-Standort und die International Real Estate Business School. Mit mehreren Studiengängen ist die UR am Elitenetzwerk Bayern beteiligt. Zum Bestand der Universitätsbibliothek gehören ca. 3½ Millionen Bände. Das Universitätsklinikum gilt als eines der modernsten Europas. Die Universität Regensburg verfügt über mehr als 320 Hochschulpartnerschaften weltweit. Auch die Großstadt Regenburg selbst ist für Studierende sehr lebenswert, nicht zuletzt durch sein vielfältiges Musikleben und Dreispartentheater, der aus gutem Grunde als Weltkulturerbe erklärten Altstadt und der umliegenden Gebirge von Fränkischer Jura und Bayerischem Wald mit diversen Outdoor-Möglichkeiten in allen Jahreszeiten.

Universität Würzburg (JMU):
Die Universität Würzburg (JMU) gehört mit seiner über 600-jährigen Geschichte zu den ältesten Universitäten Deutschlands. Knapp 30.000 Studierende sind an der JMU in über 100 Studiengängen eingeschrieben. In den zehn Fakultäten werden beispielsweise Psychologie, Medizin, Pharmazie, Biologie, Chemie, Informatik, Rechtswissenschaften, Biomedizin, Medienkommunikation, Mensch-Computer-Systeme und Theologie zum Studium angeboten. Das Motto der Uni lautet „Veritati“ („Der Wahrheit verpflichtet“). Als erste Universität in Bayern wurde die JMU mit dem Titel „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet. Die Volluniversität verfügt allein im europäischen Raum über hunderte Hochschulpartnerschaften und bietet damit Studierenden diverse Möglichkeiten für Auslandssemester. Als Mitglied der Coimbra-Gruppe (CG) kann sie auf ein wertvolles Netzwerk mit 38 anderen europäischen multidisziplinaren Universitäten zugreifen. Die Lehrorte der JMU verteilen sich über die gesamte Stadt Würzburg, welche sich durch viele gut erhaltene Bauten aus Romanik, Gotik und Renaissance auszeichnet. Dazu gehört etwa die prächtige Festung Marienberg, von der aus ein wunderschöner Ausblick auf die Mainbrücke und die grüne Altstadt genossen werden kann. Würzburg liegt inmitten eines Talkessels zwischen verschiedenen Mittelgebirgen und ist damit der perfekte Ausgangspunkt für abenteuerliche Trips in die Natur. Die Stadt ist vom Main durchzogen, wobei auch mehrere schöne Bäche das Stadtgebiet durchqueren und charakterisieren. Diverse Sport- und Kulturangebote wie das Mainfranken Theater, Diskotheken und Kneipen bieten beste Freizeitgestaltungsmöglichkeiten für Würzburger Studierende.

Universität Bamberg:
Die Universität Bamberg gehört zu den kleineren Universitäten in Bayern. Für sie gilt die Beschreibung: klein, aber fein! Mit über 12.000 Studierenden an den vier Fakultäten in Studiengängen wie Psychologie, Soziologie, Anglistik, Geographie, Politikwissenschaften, Wirtschaft und diversen Lehramtsangeboten vefügt die Uni Bamberg über eine breite Angebotspalette. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören die Empirische Sozialforschung insbesondere in den Bereichen Bildung und Arbeit. In den Feldern der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften gilt Bamberg deutschlandweit als führend. Die Universitätsbibliothek ist mit 1.6 Millionen Medien eine der größten Bibliotheken im Land Bayern. Die Lehre findet an mehreren Standorten im Stadtzentrum statt. Eine ganze Reihe der Hochschuleinrichtungen sind in historischen Altstadtgebäuden untergebracht und gelten damit als Teil des UNESCO-Welterbes Bambergs. Durch seine gut erhaltene Baustruktur repräsentiert Bamberg wie kaum ein anderer Ort die frühmittelalterliche mitteleuropäische Stadt. Das von der Regnitz doppelt durchzogene Fränkische Rom zeichnet sich durch eine große Fahrradfreundlichkeit aus und bietet mit seinen kurzen Wegen Studierenden eine äußerst angenehme Studienatmosphäre. Viele Theater, Museen, Musik- und Sportangebote bereichern den Alltag in Bamberg.

Knallharte Beschränkungen für Studienzulassungen: Abi-Note 1,0 – mit Studienplatzklagen lassen sich nicht selten haufenweise Wartesemester vermeiden

Oftmals wird aber nur einem verhältnismäßig kleinen Teil der Studienbewerberinnen und -bewerber der gewünschte Studienplatz an der präferierten Universität in Bayern zugesprochen. Der Charme der Universitäten in Bayern wird durch eine Gegenüberstellung der jährlichen Studienbewerberzahlen und den jeweils erfolgten Zulassungen bemerkbar.

Universität München (LMU): Bewerber-Zulassungs-Verhältnisse zwischen 1 zu 3 und 1 zu 18; häufig bei der Abiturnote eine Eins vor dem Komma gefordert; bis zu 24 Wartesemester

An der Universität München (LMU) kamen im Wintersemester 2019/20 im Hauptverfahren zum Beispiel im Studiengang Rechtswissenschaften knapp 3.000 Bewerber auf etwas über 800 Plätze. Das Bewerber-Zulassungs-Verhältnis lag somit bei 1 zu 3,5. Auch in Medieninformatik (1 zu 3), Betriebswirtschaftslehre (1 zu 5), Kommunikationswissenschaft (1 zu 6) und Pharmaceutical Sciences (1 zu 8) in den jeweiligen Hauptfächern wurde nur ein kleiner Kreis der Bewerber aufgenommen. Extrem war es in Psychologie, hier kamen auf einen Platz im Schnitt mehr als 18 Bewerberinnen und Bewerber: Mehr als 2.400 Studieninteressierte bewarben sich hier um gerade einmal 129 Plätze. Wer es in die Hörsäle der LMU schaffte, durfte sich damit als Teil einer Gemeinschaft von Auserwählten fühlen.

In Entsprechung zu diesem Run auf die LMU war der NC-Grenzwert streng bemessen: Im Studiengang Psychologie lag dieser im WS 2019/2020 bei 1,3. Auch in Pharmaceutical Sciences (1,8), Schulpsychologie im Lehramt am Gymnasium (1,8), Wirtschaftspädagogik (1,8) und Lehramt an Sonderschulen/Geistigbehindertenpädagogik (1,9) musste immer eine Eins vor dem Komma auf dem Abiturzeugnis stehen.

Zwar wird an der LMU offiziell ein Großteil der Studienbeginner über ein Auswahlverfahren zugelassen, wobei neben der Abinote Kritierien wie fachspezifische Abi-Einzelnoten, das Ergebnis in einem fachspezifischen Studierfähigkeitstest, studienbezogene Berufsausbildungen und Auswahlgespräche eine Rolle spielen. Jedoch macht die LMU derzeit von diesen zusätzlichen Auswahlkriterien keinen Gebrauch.

Für Schulabsolventinnen und -absolventen ohne Traumabi blieb als Alternative damit nur ein Platz auf der Wartebank: dauerte das Anstellen für eine Zusage im Studiengang Kommunikationswissenschaften noch zwei Semester, waren es in Lehramt an Grundschulen bereits vier. In Betriebswirtschaftslehre musste man schon sechs Semester, in Pharmaceutical Sciences gar acht Semester an Geduld mitbringen. Noch mehr Geduld wurde von Studieninteressierten in den Fächern Lehramt an Sonderschulen und Schulpsychologie im Lehramt abverlangt: 10 Wartesemester bzw. 5 Jahre sollten diese ausgeharrt haben.

Das war allerdings noch nichts gegen die Wartezeit für einen Studienplatz in Psychologie: 24 Wartesemester beziehungsweise 12 Jahre lang mussten Interessierte ohne entsprechende Noten an der Tür klopfen und um Eintritt bitten – ein Zeitraum, in dem das Psychologiestudium und die anschließende Ausbildung zum Psychotherapeuten häufig bereits vollständig abgeschlossen sind.

Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): ähnliche Anforderungen an Schulleistungen bei Abibestenquote und ergänzendem Hochschulauswahlverfahren; Einser-Abi häufig verlangt

An der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurde an der akademischen Eingangspforte ebenfalls hart gesiebt: neben der Abibestenquote wird ein Großteil der Studienplätze zwar offiziell über ein ergänzendes Hochschulauswahlverfahren (eHAV) vergeben. Allerdings spielt auch dabei die Abiturnote eine zentrale Note. Weiterhin wird an der FAU im Rahmen der eHAV-Auswahl aktuell ausschließlich die Durchschnittsnote der Studienberechtigung (Abitur) herangezogen.

Ohnehin zeigen die Zulassungsgrenzen, dass auch sonstige Kriterien oft nur einen relativ geringen Ausschlag geben. So lag im Wintersemester 2020/21 der NC in Psychologie nach der Bestenquote bei 1,3 und nach dem eHAV bei 1,4. Bei Molekularer Medizin (1,3 bzw. 1,4) und Biologie auf Lehramt (1,3 bzw. 1,6) sah es ähnlich aus. Dazu kommt, dass nicht alle Bewerber mit der genannten Grenznote über die eHAV-Quote zugelassen wurden.

Gleiches galt bei den Zulassungen nach Wartesemestern: Selbst wenn Bewerberinnen und Bewerber für einen Platz bei International Business Studies (BSc) oder Molekularer Medizin sechs Semester beziehungsweise zehn Semester warteten, war dies noch kein Garant für einen Platz. Im Studiengang Psychologie konnten sich Wartende nach 15 Semestern bzw. 7½ Jahren einer Platzzusage sicher sein. Der Neid der Kommilitoninen und Kommilitonen hielt sich wahrscheinlich in Grenzen.

Universität Regensburg (UR): in vielen Studiengängen kleine Kapazitäten

Auch an der Universität Regensburg (UR) wurden in einigen Studiengängen hohe Höhen zur Zulassung aufgestellt. In vielen Fächern wurden von der UR nur kleine Kapazitäten festgelegt: Im Studiengang Psychologie durften es im Hauptverfahren nur 111 Erstsemester sein. Auch in Molekularer Medizin (32), Biochemie (27) und Betriebswirtschaftslehre (15) wurden nur wenige Studienplätze zur Verfügung gestellt.

Entsprechend streng waren die Grenznoten: in Psychologie und Molekulare Medizin je 1,5 und in Biochemie 1,8. Und nur ein Teil der Bewerber und Bewerberinnen, die sich mit einer Durchschnittsnote von 1,8 bewarben, konnte zum Wintersemester 2019/20 zugelassen werden. Wer nicht den Notenerfordernissen entsprach, blieb teils für Jahre auf der Strecke. Sechs Wartesemester mussten es in Biochemie und Molekularer Medizin sein, in Psychologie gar 12 Wartesemester beziehungsweise sechs Jahre. Weil sich viele Interessierte in der Warteschlange anstellen und nur verhältnismäßig wenige Plätze über diese Liste verteilt werden, gibt es nur für besonders geduldsame Neulinge die ersehnte Belohnung.

Universität Würzburg (JMU): 1,0 in Biomedizin, 1,2 in Psychologie, 1,5 im Lehramt

Ähnlich sah es an der Universität Würzburg (JMU) aus. Auch hier wird ein Teil der Plätze über die Abinote, ein Teil über ein ergänzendes Auswahlverfahren (eHAV) und ein Teil über die Wartezeit vergeben. Im Rahmen des eHAV werden bei derselben Abinote ein abgeleisteter Dienst und dann das Los berücksichtigt. Im Wintersemester 2020/21 mussten Schülerinnen und Schüler mit dem Wunschstudium Biomedizin entweder die Note 1,0 oder im eHAV eine 1,4 vorweisen. Eine 1,0 (Eins Komma Null), diese Kür gelang im Abijahr 2019 nur 2,24 Prozent der Absolventen in Bayern, wo das Abitur bekanntermaßen besonders anspruchsvoll ist.

Ähnlich sah es mit den Zulassungsgrenzen in Psychologie (1,2 bzw. 1,4), Lehramt für Sonderpädagogik (1,5 bzw. 2,0) und Biologie als Lehramt am Gymnasium (1,5 bzw. 2,4) aus. Für Bewerberinnen und Bewerber, die diese Grenzen rissen, blieben vermeintlich nur die Kriterien „Geduld“ und „Sitzfleisch“ übrig: In den Studiengängen Didaktik der Grundschule (vier Halbjahre Wartezeit), Pädagogik (acht Halbjahre Wartezeit), Biomedizin (zwölf Halbjahre Wartezeit) und Psychologie (14 Jahre Wartezeit) mussten sich einige Studieninteressierte für einen nennenswerten Zeitraum ihres Lebens anstellen.

Universität Bamberg: oft weit überdurchschnittliche Abinoten gefordert; Bewerber-Zulassungs-Verhältnis 1 zu 38 und 19 Semester Wartezeit

Die Universität Bamberg forderte von Schulabsolventinnen und -absolventen für eine Zulassung in den Studiengängen Psychologie (1,4), Psychologie mit den schulpsychologischen Schwerpunkten auf Lehramt an Gymnasien (1,4), Grundschulen (1,6) sowie Real- und Mittelschulen (2,0) ebenso weit überdurchschnittliche Abiturdurchschnittsnoten. Im Studiengang Psychologie kamen im Hauptverfahren auf mehr als 2.500 Bewerber 66 Plätze. Das entspricht einem Verhältnis von 1 zu 38. Besonders hartnäckige Interessierte schafften es aber auch über die Wartezeitquote in das Studium. Von Fach zu Fach betrug diese zwischen sechs und 19 (!) Jahren. Wer sich hinten anstellt, sollte sich also bewusst machen, dass die Schlange ausgesprochen lang ist. Denn nur verhältnismäßig wenige Plätze werden alljährlich über die Wartequote vergeben.

Ist in Bayern künftig mit einer Entspannung der Situation bei der Studienzulassung zu rechnen?

Aufgrund der steigenden Bewerberzahlen ist mit einer Entspannung der Situation nicht zu rechnen. Insbesondere an den bayerischen Universitäten ist aufgrund ihres guten Rufes, der ausgezeichneten Lehrqualität sowie dem hohen Lebensstandard in Bayern allgemein mit einer zunehmenden Konkurrenzsituation unter Schulabgängerinnen und -abgängern zu rechnen.

Nicht nur haben Schüler*innen in Bayern mit einem äußerst anspruchsvollen Abitur zu kämpfen. Auch wächst der Druck von außen, denn in den vergangenen Jahrzenten hat sich in Deutschland die Abiturientenquote verdoppelt, während durch eine Noteninflation die 1er-Schnitte auf den Zeugnissen in vielen Bundesländern sich verbreiteten. Dies führt letztlich zu einer weiteren Verzerrung des Bewerber-Zulassungs-Verhältnisses und zu noch strengeren Zulassungsgrenzen.

Die Steigerung der Abiturientenquote ist ein hausgemachtes Phänomen, denn OECD-Empfehlungen haben in der deutschen Politik mehrere Bildungsreformen angestoßen, welche eine Steigerung des Akademikeranteils bezwecken sollen. Als Resultat dieses Trends sind die Studienanfängerzahlen an vielen Hochschulen in Bayern bereits kontinuierlich angestiegen. Gleichzeitig steht ein Großteil deutscher Hochschulen unter Sparzwängen, die keine kongruente Neuschaffung von Studienplätzen gestatten.

In Studienfach Medizin bewerben sich heutzutage zum Beispiel mehr als doppelt so viele Studieninteressierte auf die nahezu unveränderte Anzahl von Studienplätzen, als noch vor ein paar Jahrzehnten. Mit der beschriebenen Entwicklung entsteht ein Leistungsdruck, der an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben wird, mit teils schon utopisch wirkenden Ansprüchen.

Die Studienplatzklage: legitime Abkürzung für Bewerber und Wachrüttler für die Politik

Schülerinnen und Schüler mit akademischen Zukunftsvorstellungen sollten wegen dieser komplizierten Lage jedoch nicht gleich klein beigeben. Für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung. Für den Studienplatz der ersten Wahl in Bayern könnte dieses die Studienplatzklage sein. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich mögliche Vorbehalte gegen Studienplatzklagen als nicht gerechtfertigt: Studienplatzklagen führen entgegen mancherlei Befürchtung nicht etwa zur Wegnahme von Studienplätzen von anderen Studierenden. Denn dieses Rechtsschutzmittel deckt über die offizielle Kontingentierung der Plätze unberücksichtigte Kapazitäten an den Universitäten und Hochschulen auf. Essenz der Studienplatzklagen ist schließlich die Entlarvung von Fehlern bei der Berechnung von Kapazitäten der Universitäts- und Hochschulverwaltungen.

Studienplatzklagen haben eine grundrechtsfördernde Wirkung. Die Universitäten und Hochschulen in Deutschland sind dazu verpflichtet, dem Recht auf Bildung durch eine tatsächliche Ausschöpfung bestehender Kapazitäten zu genügen. Es besteht eine Obliegenheit, die Zulassungszahl an den vorhandenen Lehrressourcen auszurichten. Studienplatzklagen kommt damit eine für die Demokratie förderliche Kontrollfunktion zugute.

In der Vergangenheit haben durch Studienplatzklagen zusätzlich aufgedeckte Studienplätze politische Debatten zur Verbesserung von Studienbedingungen und die langfristige Schaffung zusätzlicher Studienplätze mit angeregt. So bezeichnete der forschungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Adrian Grasse nach 60 erfolgreichen Studienplatzklagen am Universitätsklinikum Charité in Berlin im Wintersemester 2018/19 und im Sommersemester 2019 als „ein Warnsignal“. Seine damit verbundene Forderung: die langfristige Einrichtung von mehr Studienplätzen im Fach Medizin, um der Nachfrage gerecht zu werden, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und eine umfassende Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Auch für Verwaltungsgerichte und bayerische Universitäten sind Studienplatzklagen schon lange ein alter Hut. Unzählige Studienbewerber*innen ziehen jährlich vor die Gerichte, um sich ihr Recht auf sofortige Zulassung zu erkämpfen. Studienplatzklagen sind keine Besonderheit mehr.

Nach Erfahrung der Rechtsanwaltskanzlei Buse ∙ Herz ∙ Grunst sind Studienplatzklagen in Bayern immer wieder erfolgreich. Gerade im Studiengang Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Regensburg und an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat das anwaltliche Vorgehen gezeigt, dass die Chancen bei Studienplatzklagen häufig gut stehen.

Besonderheiten im Land Bayern bei den rechtlichen Rahmenbedingungen und der Rechtsprechung sind bei Studienplatzklagen zu beachten

Bei Studienplatzklagen in Bayern sind allerdings wie überall anderswo auch landesspezifische rechtliche Umstände zu beachten. Gerade deshalb sollte eine rechtsanwaltliche Beratung hinzugezogen werden. Bayern hat beispielsweise relativ frühe Fristen. Eine fehlerhafte Bewerbung führt schon zum Versagen des Rechtsschutzbedürfnisses.

Im Regelfall ist keine der genannten Universitäten bei Studienplatzklagen anwaltlich vertreten. Häufig kommt es zu vorgerichtlichen Einigungen oder zu Vergleichen vor den Verwaltungsgerichten. Dies hat den Vorteil, dass auf unliebsame Verzögerungen meist verzichtet werden kann. Umso wichtiger ist dafür dann das anwaltliche Geschick bei Verhandlungen. Die Potentiale divergieren von Universität zu Universität, sodass auch die Prozessstrategie flexibel und spontan anzupassen ist. Es bedarf hierbei einer besonderen Abwägung und Berücksichtigung der Einzelfallumstände zur Prognose der Klageaussichten.

Die hier exemplarisch erläuterten Besonderheiten in Bayern verdeutlichen, dass bei Studienplatzklagen eine Vielzahl von tückischen Gruben zu umgehen sind. Dafür ist eine kompetente juristische Betreuung zu engagieren. Denn niemand will direkt auf den ersten Schritten nach der erfolgreichen Schulentlassung in eine Falle tappen.

Es gilt die Faustregel: je eher sich Studienbewerberinnen und -bewerber an einen erfahrenen Rechtsanwalt mit dem Anliegen eines Erstgesprächs wenden, desto besser. Schon die letzten Abijahre können dazu genutzt werden, einen Kontakt anzubahnen, um eine genaue Strategie zur Vorgehensweise ausarbeiten, Erfolgschancen prognostizieren und gegebenenfalls maßgeschneiderte Strategien entwickeln lassen zu können.

Spätestens, wenn der schriftliche Bescheid der Universität mit der Ablehnung vorliegt, sollte einem dies als Startschuss dienen. Dann ist gegebenenfalls ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht mit Erfahrung im Bereich der Studienplatzklage zu konsultieren.

Dies ermöglicht die Einschätzung der Klageaussichten. Die Klageaussichten hängen nicht nur vom Erfahrungswert, sondern auch von dem jeweiligen Studienfach und dem Rangplatz der Bewerberin bzw. des Bewerbers im Bewerbungsverfahren bei der Uni ab.

Ein kompetenter und erfahrener Rechtsanwalt wird seiner Mandantin bzw. seinem Mandanten von einer Klage abraten, wenn diese von vornherein aussichtslos sein sollte.