Das gesteigerte Ansehen von Doktorinnen und Doktoren ist in Deutschland nach wie vor ungebrochen. Mehr noch ist der Doktortitel aber von fachlicher Bedeutung. Er bescheinigt die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten und ist Voraussetzung für eine Karriere an Universitäten und Hochschulen. In der freien Wirtschaft verdienen Promovierte deutlich besser und haben die besseren Karrierechancen. Was sind also die Voraussetzungen für eine Promotionsstelle und was kann ich tun, wenn ich abgelehnt werde?

Die Kanzlei BUSE HERZ GRUNST steht Ihnen mit ihrem Dezernat für Verwaltungsrecht tatkräftig zur Seite. Die auf das Bildungsrecht spezialisierten Anwälte kennen die Verfahren der Hochschulen und Universitäten und können Ihnen schnell eine erste Einschätzung geben. Das Dezernat wird vom Fachanwalt für Verwaltungsrecht Marian Lamprecht geleitet.

Was sind die rechtlichen Voraussetzungen zur Promotion? Das rät der Anwalt für Promotionsrecht

Nach den jeweiligen Promotionsordnungen muss der Promotionsbewerber grundsätzlich den erfolgreichen Abschluss eines Masterstudiengangs einer Universität oder einer Fachhochschule oder einen vom Niveau vergleichbaren wissenschaftlichen Hochschulabschluss (wie Diplom, Magister oder Staatsexamen) nachweisen. Bei besonderer wissenschaftlicher Befähigung, kann man bereits mit einem Bachelorabschluss promoviert werden. Dies wird in der Regel in einem Eignungsfeststellungsverfahren geprüft. Die Ablehnung zur Promotion stellt einen Verwaltungsakt dar, dessen Rechtmäßigkeit in aller Regel im Widerspruchsverfahren und mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht überprüft werden kann.

Was sind meine Rechte, wenn ich nicht zur Promotion zugelassen wurde und wie kann mein Anwalt für Promotionsrecht diese durchsetzen?

Die gute Nachricht ist, ein Bewerber, der sämtliche Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, hat einen Rechtsanspruch auf die Annahme als Doktorand oder auf Zulassung zur Promotion. Bei der Beurteilung, ob die Zulassungsvoraussetzungen vorliegen, kann es naturgemäß zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Hier kann Ihnen der Anwalt im Hochschulrecht weiterhelfen. Besonders bei den sogenannten „unbestimmten Rechtsbegriffen“ ist es wichtig die Rechtsprechung zu kennen und gute Argumente für die eigene Position vorzutragen.

So kann die Zulassung beispielsweise wegen schlechten Leumunds abgelehnt werden. Das kann auch im Fall einer Vorstrafe angenommen werden, die nichts mit der Arbeit des Bewerbers zu tun hat. Denn anders als beim Entzug des bereits verliehenen Doktortitels, der in der Regel nur im Falle wissenschaftsbezogenen Fehlverhaltens erfolgen kann, kann der fehlende gute Leumund und die sich daraus ergebende Unwürdigkeit bei der Frage, ob ein Promotionsverfahren eröffnet werden soll, auch bei nicht wissenschaftsbezogenem Fehlverhalten Berücksichtigung finden. Nach der Rechtsprechung ist dies möglich, da insoweit noch keine geschützte Rechtsposition des Promovenden vorhanden ist.

Es handelt sich dabei aber immer um eine gerichtlich voll überprüfbare Einzelfallentscheidung. Ob ein „würdiger“ oder „nicht vorbestrafter“ Promovend zur Promotion zugelassen werden kann, ist nicht pauschal zu beantworten und sollte nicht unhinterfragt bleiben. Holen Sie sich Rat von einem Anwalt im Promotionsrecht.

Wann kann der Doktorgrad aberkannt werden und wir kann ich mich dagegen wehren?

Die Kompetenz das Recht der Promotion und Doktortitel zu Regeln, liegt bei den Bundesländern. Gründe für den Entzug können beispielsweise sein:

  • Das nachträglich erkannte Fehlen der Erteilungsvoraussetzungen wegen Täuschung über Zulassungsvoraussetzungen nach der Promotionsordnung, wenn zum Beispiel bewusst Vorstrafen verschwiegen wurden.
  • In einigen Bundesländern ermöglicht das Hochschulrecht die Entziehung des Grades für den Fall, dass sich der Inhaber durch späteres Verhalten der Führung des Grades als „unwürdig“ erwiesen hat. Die Würdigkeit ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der der vollen richterlichen Nachprüfung unterliegt. Er muss jeweils der heutigen Auffassung von der notwendigen persönlichen Würdigkeit der Träger akademischer Grade entsprechen. Die Würdigkeit ist nur dann nicht gegeben, wenn der Promotionsbewerber vorsätzlich eine schwere, gemeingefährliche oder gemeinschädliche oder gegen die Person gerichtete, von der Allgemeinheit besonders missbilligte, ehrenrührige Straftat begangen hat, die ein die Durchschnittsstraftat übersteigendes Unwerturteil enthält und zu einer tiefgreifenden Abwertung seiner Persönlichkeit führt. Eine verlorene Würdigkeit ist spätestens wiedererlangt, wenn das absolute Verwertungsverbot des § 49 BZRG eingreift. Sie kann aber auch wieder bejaht werden, wenn eine einschlägige Verurteilung gemäß § 31 BZRG § 32 BZRG oder § 37 BZRG nicht mehr in das Führungszeugnis aufzunehmen ist.
  • Der Titel kann in der Regel auch entzogen werden, wenn die Dissertation auf gefälschten Versuchsergebnissen beruht.
  • Der berühmteste Fall ist sicher der Entzug des Doktortitels wegen Plagiates, wenn also wegen nicht gekennzeichneter Übernahme fremder Gedanken keine eigenständige wissenschaftliche Leistung vorliegt. Die Voraussetzung des Täuschungsvorsatz wird bei Doktorarbeiten nach der Rechtsprechung bereits durch die ungekennzeichnete Übernahme fremder Gedanken angenommen.

Wenn Sie mit dem Entzug Ihres Doktortitels konfrontiert werden, sollten Sie sich an einen auf das Hochschulrecht spezialisierten Anwalt wenden. In diesen Fällen lohnt es sich schon die Einlassung im Anhörungsverfahren mit professioneller Hilfe zu verfassen.

Wie verläuft der Widerspruch gegen den Bescheid der Aberkennung des Doktortitels mit der Hilfe meines Anwalts für Promotionsrecht?

Der Entzug des Doktortitels stellt einen Eingriff in das Recht der freien Berufswahl und Berufsausübung nach Artikel 12 GG dar. Sowohl das Verfahren bis zu der Entziehung des Doktortitels, dass an strenge formale Voraussetzungen gebunden ist, als auch die eigentlichen Gründe für den Aberkennung der Doktorwürde unterliegen hohen Anforderungen. Im Widerspruchsverfahren wird die entziehende Universität oder Hochschule mit den Fehlern und der abweichenden Rechtsaufassung des Widerspruchsführers konfrontiert und kann den Bescheid ändern und bestenfalls wieder aufheben. Gerade weil die formalen Hürden für den Entzug recht hoch sind und die Gründe für den Entzug durch eine ausdifferenzierte Rechtsprechung eingeschränkt wurden, empfiehlt es sich bereits im Widerspruchsverfahren Hilfe von einem auf das Promotionsrecht spezialisierten Anwalt zu holen. Unsere Erfahrung zeigt, dass mit fachanwaltlicher Hilfe im Widerspruchsverfahren, die Chancen ein gerichtliches Verfahren und die damit verbundenen Kosten zu vermeiden, erheblich verbessert werden.

Mein Widerspruch wurde abgelehnt – was kann ich dagegen die Aberkennung des Doktortitels unternehmen?

Auch wenn die Hochschulen der Selbstverwaltung unterliegen, gibt es dort keine rechtsfreien Räume. Ist Ihr Widerspruch zurückgewiesen worden, kommt es im ersten Schritt darauf an, die Klagefrist zu beachten. Diese beträgt in der Regel einen Monat und wird am Ende des Bescheides in der sogenannten Rechtsbehelfsbelehrung genannt. Ist diese abgelaufen, kann Ihnen auch der beste Anwalt im Bildungsrecht nicht mehr helfen. In einem nächsten Schritt sollten Sie sich spätestens Hilfe vom Fachanwalt für Verwaltungsrecht holen. Fachanwalt Marian Lamprecht kann Ihnen durch seine langjährige Erfahrung im Bildungsrecht eine fundierte Einschätzung über die Erfolgsaussichten eines gerichtlichen Verfahrens geben und mit Ihnen das geeignete Vorgehen entwerfen.

Zulassung zur Habilitation

Die Habilitation dient dem Nachweis der Befähigung, ein wissenschaftliches Fach in Forschung und Lehre selbständig zu vertreten. Habilitiert ist, wem auf Grund eines Habilitationsverfahrens an einer wissenschaftlichen Hochschule im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes die Lehrbefähigung zuerkannt ist. Die oben genannten Rechte in Bezug auf die Zulassung zur Promotion, gelten auch für die Habilitation. Wenn Sie zur Habilitation abgelehnt wurden, sollten Sie sich von einem Anwalt im Bildungsrecht professionellen Rat holen. Dieser wichtigen Entscheidung auf dem Weg zur Professur sollte kein rechtlich lösbares Problem im Weg stehen.